Corinna

Niemeyer

D i r i g e n t i n

Corinna Niemeyer ist seit September 2020 Directrice Artistique und Chefdirigentin des Orchestre de Chambre du Luxembourg . Zuvor war sie zwei Jahre (2018-20) Assistenzdirigentin des Rotterdam Philharmonic Orchestra.

Ihre Begeisterung für fundierte Interpretation und innovative Vermittlung von Musik spiegelt sich in der Bandbreite ihrer Aktivitäten als Gastdirigentin wider, die Ensembles für historische Aufführungspraxis, Uraufführungen, interdisziplinäre Projekte, Oper sowie sinfonische Projekte umfasst.

Als Gastdirigentin folgte sie Einladungen des Gürzenich-Orchester Köln, des Konzerthausorchesters Berlin, des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokyo, des Musikkollegium Winterthur, der Komischen Oper Berlin, u.a.

In der Saison 2020/21 war sie als Gastdirigentin u.a. mit dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre National des Pays de la Loire und dem Ensemble Modern zu erleben. Sie hat auch ihre Zusammenarbeit mit dem Orchester Les Siècles im Rahmen des Beethoven-Jubiläums fortgesetzt, und im Februar 2022 wird sie mit dem Orchester ihr Debüt an der Opéra de Lille mit Ravels L'enfant et les sortilèges auf historischen Instrumenten geben.

Zu den Höhepunkten der Saison 2021/22 gehören Debüts mit dem Danish National Symphony Orchestra, der Real Filharmonia de Galicia, dem Beethoven Orchester Bonn, der Kammerakademie Potsdam, dem MDR Sinfonieorchester, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und der Filarmonica del Teatro Comunale di Bologna.

Auch als Operndirigentin profiliert (Oper Köln, Opéra National du Rhin, Theater Augsburg, Theater St.Gallen), wird sie zu Beginn der Spielzeit 2021/22 Rossinis Le Comte Ory an der Opéra de Metz leiten. Außerdem dirigiert sie Viktor Ullmanns einaktige Oper Der Kaiser von Atlantis am Grand Theatre de la Ville de Luxembourg, die in einem Dyptichon mit einer Uraufführung von Eugene Birman über die Europäische Menschenrechtskonvention aufgeführt wird..

Ihre erste Saison mit dem Luxembourg Chamber Orchestra spiegelt ihren innovativen Ansatz bei der Programmgestaltung wider. Zu den Höhepunkten gehören: eine "musikalische Studie des gesellschaftlichen Zusammenlebens" zwischen Kampf und Kooperation durch die Kombination von Bibers Battalia, Saariahos Terra Memoria und Frank Martins Petite Symphonie Concertante für zwei Orchester; die Präsentation von Raritäten wie Marianna Martines' Kantaten in Verbindung mit der Paukenschlag Symphonie ihres Hausgenossen Joseph Haydn; und Werke von Komponisten der Années folles in Paris wie Poulenc, Milhaud und Ravel.

Corinna Niemeyer ist Preisträgerin mehrerer internationaler Dirigierwettbewerbe (Tokyo International Conducting Competition 2015, Talent Chef d’orchestre 2014 Paris).

Seit 2012 arbeitet sie mit Francois-Xavier Roth zusammen und assistierte ihm beim SWR-Sinfonie-Orchester Baden-Baden und Freiburg, an der Oper Köln und beim Orchester „Les Siècles“ bei zahlreichen Projekten - u.a. bei zeitgenössischen Programmen z.B. für das „Musikfest Berlin“, sowie bei „Les Troyens“ auf historischen Instrumenten beim Festival Berlioz 2019 und 2021. Mehrfach arbeitet sie auch als Assistentin von Ivan Fischer, Lahav Shani, Yannick Nezet-Séguin und Valery Gergiev.

Begeistert, Musik auf immer neue Weisen zu vermitteln, ist Corinna Niemeyer inzwischen für ihre kreativen und publikumsgerechten Konzert-Moderationen bekannt. Seit 2016 engagiert sie sich im Projekt DEMOS der Philharmonie Paris und hatte die Leitung mehrerer Kinderorchester inne.

In ihrer bereits im Studium begonnenen Tätigkeit als Künstlerische Leiterin des Orchestre Universitaire de Strasbourg etablierte sie das Orchester als eines der aktivsten Universitätsorchester Europas und wurde von der Europäischen Kommission eingeladen, den Trauerakt für Helmut Kohl im Europäischen Parlament musikalisch zu begleiten. Von 2016 bis 2018 wirkte sie als Dozentin und Chefdirigentin an der Sorbonne Universität Paris.

Corinna Niemeyer studierte an der Hochschule der Künste Zürich, sowie an den Musikhochschulen Karlsruhe, München und Shanghai Orchesterdirigieren, Schulmusik und Violoncello. Prägende Anregungen erhielt sie in Meisterkursen bei Bernard Haitink, Riccardo Muti, Esa-Pekka Salonen und David Zinman.

Für ihr grenzüberschreitendes kulturelles Engagement wurde sie vom Deutschen Generalkonsulat in Straßburg mit dem „Preis der deutsch-französischen Freundschaft“ 2018 ausgezeichnet.